Zwischen Märchen und Realität: Marrakesch

Fliegende Teppiche und Wunderlampen gab es zwar nur als Accessoires, alles andere aus Disneys Aladdin konnte man aber auch in Marrakesch wiederfinden.
Enge Straßen, schmale Gassen und oftmals viele Sackgassen zeigten mir im Prinzip genau das, was ich mir vorher auch ungefähr vorstellen konnte.

Fangen wir zunächst mit der Fahrt und der Ankunft an.
3 Stunden und 40 Minuten fliegt man ca. von Düsseldorf nach Marrakesch und muss anschließend entweder mit dem Taxi, mit einem Mietwagen oder aber mit einem der vielen Shuttlebusse in die Unterkunft fahren.
Wer nach einer Metro oder Straßenbahn sucht, sucht vergeblich.
Meine Fahrt mit einem Taxi in die Nähe der Koutobia Moschee kostete knapp 12€, also knappe 120 Dirham (1€ = 10,5 Dirham, Stand Dezember 2019). Bei der Rückfahrt waren es sogar nur 70 Dirham, also knappe 7€.
Wir hatten eine Riad als Unterkunft und wohnten unmittelbar mit den Einheimischen zusammen.
Auch wenn man vielleicht am ersten Abend etwas irritiert sein kann, blickt man relativ schnell durch und gewöhnt sich auch sofort an die engen Gassen. Ihr müsst euch einfach klarmachen, dass ihr nicht in Europa seid und alle Vorurteile die euch eingetrichtert wurden auch am besten zuhause lassen. Die Menschen waren während unseres Aufenthaltes wirklich sehr herzlich und jederzeit hilfsbereit.
Wie immer waren nicht die ganzen touristischen Sehenswürdigkeiten mein Hauptziel, sondern vielmehr das Land und seine Kultur aus erster Reihe kennenzulernen. Wo kann man das besser machen, als zwischen den Einheimischen?

Daher empfehle ich euch ein kleines, familienbetriebenes Hotel/Riad. Wir hatten täglich das typische Frühstück der Region und hatten direkt eine Bäckerei, mehrere lokale Obsthändler und viele kleinere Läden in unserer Nähe.

Wer auf Streetfood steht, wird in Marrakesch verwöhnt und gefühlt an jeder Ecke fündig. Ob Tagine (mit Fleisch oder vegetarisch), Lawasch, Msemmen oder gegrillter Mais – jeder kommt auf seinen Geschmack und überall in der Stadt wird man fündig.

Wer Marrakesch besucht, wird früher oder später auch an der Koutobia Moschee vorbeilaufen – eine sehr große Moschee mit einem schönen Garten, welche sich direkt in der Nähe von der historischen Innenstadt sowie dem berühmten Platz Djeema al Fna befindet.
Wundert euch nicht über die vielen kontaktfreudigen Händler am Djeema al Fna Platz. Dort gibt es wie in jeder anderen Stadt mit vielen Touristen auch, viele Straßenhändler und Künstler. Für das Fotografieren einer Kobra aus 4-5 Meter Distanz wurden von mir beispielsweise 200 Dirham, also 20€ verlangt. Nur für ein Schnappschuss aus der Distanz. Einfach dreist bleiben und 5-10 Dirham in die Hand drücken und weiterlaufen, sonst diskutiert man bis zum Morgengrauen.

Klar gibt es auch dort am Platz gute Restaurants und Möglichkeiten lokales zu essen, wir entschieden uns aber immer etwas außerhalb vom Zentrum, gemeinsam mit Einheimischen zu essen, wo man nicht unbedingt von der Laufkundschaft abhängig war.
Vom Djeema Platz aus führen viele Händlerstraßen in diverse Zielorte wie Moscheen, Museen oder Paläste. In diesen Straßen kann man deutlich entspannter gehen und sich auch in Ruhe umschauend den Moment genießen.
Für Fotografie-Begeisterte Menschen gibt es eigentlich rund um die Uhr geeignete Motive zum fotografieren. Ob in den Straßen oder in den kostenpflichtigen Museen/Palästen.
Wenn ihr Menschen fotografieren wollt, dann nehmt am besten etwas Kleingeld mit und verteilt es an eure Motivpersonen. Dies wird oft gefordert und ist für viele Menschen auch eine geplante Einnahmequelle.
Achtung: Die Museen kosten nicht wie überall beschrieben 10 Dirham, sondern 70 Dirham für Erwachsene und 30 Dirham für Kinder unter 12 Jahren.

Wir hatten mehrere Optionen für einen externen Ausflug, haben uns dann letztendlich für einen privat organisierten Ausflug zu den Ouzoud Wasserfällen entschieden und verbrachten die restliche Zeit mit der Erkundung von Marrakesch.
Ouzoud war sicherlich schön, jedoch gefällt mir persönlich dieser Massentourismus dort nicht wirklich und es fühlt sich oft einfach nur wie ein Zoobesuch mit striktem Programm an.

Von unseren Hotelbetreibern bis zu den Straßenhändlern oder Taxifahrern, empfanden wir die Menschen generell als sehr herzlich und willkommend und fühlten uns jede Sekunde sehr wohl.
Marrakesch war definitiv einen Besuch Wert und die Reise hat mir generell sehr gut gefallen. Ich kann einen Besuch im Allgemeinen und insbesondere für folgende Orte nur weiterempfehlen:

  • Koutobia Moschee
  • Djeema al Fna Platz
  • Medina Streets
  • Badi Palace
  • Bahia Palace
  • Mellah (Judenviertel)
  • Souks

Generell rate ich euch während eures Aufenthaltes so viele Straßen wie möglich zu passieren, denn jede Straße kann einen Besuch wert sein und neue, andere Seiten der Stadt aufzeigen. Zum Schluss gibt es ein paar Aufnahmen, die ich während meines Aufenthaltes machen konnte.

0 Kommentare

Kommentieren →

Schreibe einen Kommentar